Der Autosektor im Umbruch – den Aktien bekommt dieser Wandel nicht gut

Noch bis zum 24. September feiert sich die Autobranche auf der IAA selbst. Doch der Sektor befindet sich in einem Umbruch und eben dieser Wandel bekommt den meisten der führenden Autohersteller nicht gut. Der Grund ist, dass ihre Kurse sich im Rückwärtsgang befinden. Geht es nach den Analysten der Berenberg Bank, dann sind ganz speziell fünf Auto-Produzenten von weiteren Einbußen bedroht.

Die Autobranche im Zeichen des Wandels

In Frankfurt findet derzeit die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) statt und vor Ort sind rund 1.000 Aussteller und über 50 Pkw-Marken auf einer Ausstellungsflä-che von rund 200.000 Quadratmeter vertreten. Ein Besuch könnte sich durchaus loh-nen, denn die Automobilbranche stand in den vergangenen Jahren stark im Zeichen des Wandels – wie auch aktuell. Denn schließlich sind es die Elektro-Fahrzeuge und die selbstfahrenden Autos, die für viel frischen Wind in der Branche sorgen.

Dazu passt auch das diesjährige Motto der IAA „Zukunft erleben“ und im Mittelpunkt der diesjährigen Messe steht die Digitalisierung. In einer Pressemitteilung des Verbandes der Automobilindustrie heißt es, dass das Auto der Zukunft vernetzt und automatisiert fährt. So sollen laut den Verantwortlichen auf der IAA die komplette Bandbreite zur Mo-bilität gezeigt werden: von der Digitalisierung über die Elektromobilität bis hin zu den neuesten Mobilitätskonzepten – ganz besonders in den Städten.

Das klingt alles spannend, doch interessant ist es, dass bei den Anlegern keine große Freude aufkommt, wenn sie einen Blick auf die führenden Auto-Hersteller werfen. Denn seit geraumer Zeit haben deren Aktienkurse zu kämpfen, wobei die fundamental orientierten Analysten im Durchschnitt positiv gestimmt sind.

Aber es gibt auch kritische Stimmen, wie von der Privatbank Metzler. Neben dem leidi-gen Diesel-Thema waren in einer Branchenstudie auch von den gesättigten oder gar rückläufigen Märkten die Rede wie bspw. in Nordamerika. Aber auch die hohen Anlauf-kosten der neuen Elektromodelle sowie die steigenden Rohstoffpreise kamen zur Spra-che.

Die Ford-Aktien

Der traditionelle US-Autobauer kommt nicht gerade gut weg, wenn es um die Aktien geht. Sondern hier wird sogar von einer Verkaufsempfehlung gesprochen. Der Grund: Das Kursziel beträgt 9.50 Dollar und das bedeutet ein Abwärtspotenzial von rund 16 % – aber nur für den Fall, dass die Rechnung aufgeht.

Zwar hatte dieser Titel seit Mitte August wieder ein wenig zugelegt und dazu hatte unter anderem die Meldung beigetragen, dass Ford im Vormonat einen Verkaufsrückgang n den USA von 2,1 % hinnehmen musste, doch die Analysten mit einem wesentlich stär-keren Verfall gerechnet hatten. Des Weiteren wurde von Steven Armstrong, dem Chef des Europa-Geschäfts Zugewinne bei den Marktanteilen in Europa in Aussicht gestellt. Das wurde von dem Manager mit neuen Modellen sowie mit den Problemen der beiden Kontrahenten VW und Opel begründet.

Die Aktien von Daimler

Auch für die Aktionäre von Daimler gibt es nicht gerade bessere Nachrichten. Denn der DAX-Vertreter soll laut einer Prognose der Privatbank Berenberg, soll das Kursziel bei 54,00 Euro liegen und das lässt theoretisch noch knapp 13 % Luft nach unten.

Wie die anderen Branchen-Mitstreiter versuchen auch die Stuttgarter Autobauer Ant-worten auf die Herausforderungen zu finden, mit denen sie sich derzeit konfrontiert se-hen. Berichten zufolge hat Daimler Pläne ausgetüftelt, die den Umbau in eine Holding enthalten. Dabei soll es darum gehen, eine ideale strategische Positionierung und eine strukturelle Aufstellung zu finden.

Das Unternehmen soll spätestens zur Hauptversammlung 2019 in der neuen Struktur arbeiten – möglicherweise sogar schon eher, wie es heißt. Dabei ist offenbar eine Drei-teilung angedacht: Mercedes-Benz (inkl. Lieferwagen), Lkw (inkl. Busse) sowie die Fi-nanzdienstleistungen.

Die Gewinneinschätzungen wurden in Hinsicht auf die vorgelegten Ergebnisse des zweiten Quartals für 2017 bis 2019 leicht erhöht. Nun enthält die Schätzreihe für diesen Zeitraum folgende Werte: 9.09 Euro, 8.87 Euro und 8.75 Euro. Aus diesen Werten er-geben sich einstellige KGVs und das sieht optisch günstig aus.

Der Blick auf die Chart von Daimler lässt ähnliches erkennen, wie bei den anderen Au-tobauern – die Kurse bewegen sich auf einem Niveau, das bereits vor 20 Jahren er-reicht wurde. Es ging in der Zwischenzeit auf und ab und vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob überhaupt ein Anleger an dieser Aktie Gefallen finden kann.

Die VW-Aktie

Auch hier wird von der Privatbank Berenberg eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. In diesem Fall ist das Kursziel bei 105,00 festgelegt und das bedeutet, dass wenn die-ses Niveau erreicht werden soll, dann muss der Titel noch um rund 17 % nachgeben.

Spätestens seit dem Skandal um die manipulierten Abgaswerte ist das Image der Wolfsburger angekratzt. Zwar ist es bereits rund zwei Jahre her, dass der Konzern zu-geben musst, in den USA rund 600.000 manipulierte Dieselfahrzeuge auf die Straßen gebracht zu haben, aber dennoch ist die Wirkung noch nicht verflogen. Aber das hält die Verantwortlichen nicht davon ab, daran zu glauben, dass die Geschäfte in den USA bald wieder besser laufen. Der US-Marktanteil liegt aktuell bei 1,9 % – angestrebt wer-den 5%.

Die Ausschüttung an die Aktionäre werden von 2017 bis 2019 auf je 3,06 Euro pro Aktie taxiert, doch der Analystenkonsens geht von 3,45, 4,49 und 5,41 Euro. Was den Ge-winn der Aktie angeht, so wird von folgenden durchschnittlichen Analystenschätzungen ausgegangen: 23,95, 24,86 und 25,79 Euro je Anteilsschein.